Hier finden Sie Wissen, Tipps und Erfahrungen rund ums Felchenfischen mit Hegene und Nymphen. Die Themen reichen von der Wahl der richtigen Nymphen und Hegenen über Farben und Materialien bis zu verschiedenen Methoden beim Felchenfischen. Die Seite wird laufend mit neuen Beiträgen und Erfahrungen ergänzt.
Nymphenfarben, Licht und Wassertiefe
Sehr oft werden wir gefragt, welche Nymphenfarbe „gut“ ist und welche Farbe man in welchem Gewässer verwenden sollte. Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht. Wasser filtert Licht und Farben unterschiedlich stark. Mit zunehmender Wassertiefe werden bestimmte Farben für das menschliche Auge immer weniger wahrnehmbar. Je nach Beschaffenheit und Trübung des Wassers, Sonneneinstrahlung und Tiefe kann sich die Wahrnehmung zusätzlich verändern.
UV-Licht verhält sich dabei anders als sichtbares Licht. Fluoreszierende Farben, spezielle Lacke und UV-aktive Materialien können darauf reagieren und dadurch die Wirkung einer Nymphe unter Wasser beeinflussen. Auch Glitzer-Effekte und reflektierende Materialien können zusätzliche Lichtreize erzeugen und die Aufmerksamkeit der Fische auf eine Nymphe lenken.
Neben den physikalischen Eigenschaften von Licht spielen beim Hegenenfischen aber auch Erfahrung und persönliche Vorlieben eine grosse Rolle. Aus unserer eigenen Erfahrung verwenden wir beispielsweise das ganze Jahr häufig schwarze und violette Nymphen. Im Frühling kommen bei uns oft rote Farbtöne zum Einsatz, im Spätsommer und Herbst Grün- und Gelbtöne und im Winter in grösseren Tiefen auch blaue Nymphen. Dies sind jedoch unsere Erfahrungswerte und keine allgemeingültigen Regeln. Je nach Gewässer, Wetter, Jahreszeit und Tiefe können andere Farben ebenso erfolgreich sein.
Diese unterschiedlichen Eigenschaften von Farben und Materialien nutzen wir auch bei unseren Hegenen und Nymphen. Wir verwenden unter anderem Multicolor-Nymphen sowie Materialien mit UV-reaktiven Eigenschaften. Multicolor-Nymphen kombinieren verschiedene Farbbereiche und bringen zusätzliche Struktur und unterschiedliche optische Reize in die Nymphe.
Welche Farbe letztendlich die beste ist, entscheidet der Fisch – und genau das macht das Hegenenfischen mit unterschiedlichen Nymphen so interessant.
Struktur einer Nymphe
Neben der Farbe oder Reaktion auf Licht, spielt auch die Struktur einer Nymphe eine Rolle. Eine Nmphe steigt vom Boden auf, während sie in die Metamorphose geht und sich von der Larve zur Mücke verwandelt. An dieser Stelle entsteht hinter dem Kopf eine Stosstelle, bei welcher sich die Flügel entwickeln, damit die Mücke letztendlich an der Wasseroberfläche auch flugfähig ist. Die Struktur einer Nymphe (Grösse, Form Beschaffenheit, Farbwechsel) spielt auch eine Rolle. Wir zeigen Ihnen ein paar Beispiele, wie Strukturen geschaffen werden.

Farbwechsel und gleicher Farbton, jedoch heller und dunkler innerhalb der Nymphe. Schafft Struktur und einen grösseren Wirkungskreis in verschiedenen Tiefen. (MC 15, hegene.ch)




UV-aktive/fluoreszierende Nymphe (Narcotic, Purple-Rain)

Wissenswertes über Nymphen
Das Ziel beim Hegenenfischen ist grundsätzlich, mit einer künstlichen Nymphe einen natürlichen Organismus bzw. eine Nymphe zu imitieren und damit den Beissreiz der Fische auszulösen. Dabei stellt sich jedoch schnell die Frage: Warum fangen wir mit so vielen unterschiedlichen Nymphen Fische, obwohl manche davon ihren natürlichen Vorbildern nur wenig ähnlich sehen?
Ein spannendes Thema, auf das es keine allgemeingültige Antwort gibt. Ich habe beispielsweise ein Jahr lang eine Hegene gefischt, die völlig ungewöhnlich aussah – und trotzdem sehr gut gefangen hat. Einige Fischer schwören auf Nymphen mit 8er-Haken, andere wiederum auf 16er-Haken. Auch hier zeigen die Erfahrungen, dass es nicht nur eine einzige richtige Lösung gibt.
Trotzdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, die aktuell vorkommenden natürlichen Nymphen und andere Nahrungsorganismen im Gewässer zu beobachten und die eigene Hegene entsprechend anzupassen:
- Ein Blick auf die Wasseroberfläche kann zeigen, welche Insekten oder Nymphenhäutchen gerade vorkommen.
- Bei einem gefangenen Fisch kann – soweit sinnvoll und zulässig – der Mageninhalt Hinweise darauf geben, welche Nahrung aktuell aufgenommen wird.
- Form und Grösse der künstlichen Nymphe können an die natürlichen Vorbilder angepasst werden.
- Auch die Form des Hakens kann eine Rolle spielen. Befinden sich beispielsweise gekrümmte Nymphenlarven im Wasser, kann ein entsprechend gebogener Haken deren Körperform besser imitieren.
Neben all diesen Überlegungen bleibt beim Hegenenfischen aber auch das persönliche Gefühl wichtig. Ich probiere gerne unterschiedliche Nymphen aus und teste regelmässig neue Produkte und Varianten. Genau diese Vielfalt macht für mich einen Teil des Reizes beim Hegenenfischen aus.

Micronymphen, Wasserflöhe
Wer kennt sie nicht – die berüchtigten Fanglöcher beim Felchenfischen. Nach unserer langjährigen Erfahrung am Zürichsee tritt eine solche Phase häufig zwischen dem 1. Mai und Mitte Juni auf. Doch warum ist das so?
Im Frühjahr verändern sich mit steigenden Wassertemperaturen und der Schneeschmelze die Bedingungen im See. Gleichzeitig nimmt das Angebot an natürlicher Nahrung zu. Plankton und Kleinstlebewesen wie Wasserflöhe können den Felchen in dieser Zeit reichlich Nahrung bieten. Sind die Fische mit natürlicher Kleinstnahrung beschäftigt, kann es schwieriger werden, sie mit herkömmlichen Nymphen zum Biss zu verleiten.
Aus unserer Erfahrung können in solchen Phasen Micronymphen eine interessante Alternative sein. Wir verwenden dafür sehr kleine Nymphen, beispielsweise auf Haken der Grössen 18 oder 20. Durch ihre geringe Grösse orientieren sie sich stärker an der kleinen natürlichen Nahrung, die den Fischen zu dieser Zeit zur Verfügung steht.
Micronymphen können übrigens nicht nur beim Hegenenfischen auf Felchen eingesetzt werden. Je nach Gewässer und Fischart sind sie auch für andere Fische interessant.

über die Felche...
In der Schweiz gibt es eine erstaunlich grosse Vielfalt an Felchen. Vielen Fischern sind vor allem bekannte Bezeichnungen wie Blaufelchen, Albeli, Balchen oder Sandfelchen geläufig. Tatsächlich ist die Vielfalt jedoch wesentlich grösser und unterscheidet sich je nach Gewässer und Region.
Wir möchten an dieser Stelle nicht sämtliche Felchenarten im Detail beschreiben. Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) stellt dazu umfangreiche Informationen zur Verfügung. Wer mehr über die verschiedenen Felchenarten in der Schweiz erfahren möchte, findet dort weiterführende Informationen im Dossier „Felche“.
Hegenenfischen mit dem Echolot
Beim Hegenenfischen kann ein Echolot eine grosse Hilfe sein. Es zeigt nicht nur, ob sich Fische unter dem Boot befinden, sondern auch, in welcher Tiefe sie stehen. Genau diese Information ist beim Fischen mit der Hegene besonders interessant.
Wir erleben immer wieder, dass Felchen in unterschiedlichen Wassertiefen stehen. Befindet sich beispielsweise ein Schwarm einige Meter über Grund, bringt es wenig, die Hegene ständig direkt am Boden anzubieten. In diesem Fall ziehen wir das Blei entsprechend hoch und präsentieren die Nymphen auf der Höhe der Fische. Damit haben wir schon häufig gute Erfahrungen gemacht.
Wer mit einem Echolot fischt, sollte deshalb nicht nur nach Fischanzeigen suchen, sondern besonders darauf achten, in welcher Tiefe die Schwärme vorbeiziehen und die Hegene entsprechend positionieren.
Auf dem Bild ist ein interessantes Beispiel aus der Praxis zu sehen: Eine Felche folgt beim Anheben der Hegene der Nymphe nach oben, ohne sie letztendlich zu nehmen. Solche Beobachtungen zeigen sehr schön, wie aktiv Fische auf die Bewegung einer Hegene reagieren können.

Uferfischer
- Feederrute 3.60-3.90m, mit hohem Wurfgewicht (100-150g)
- Multirolle, 2000er
- Einen Äschenzapfen 5-7g (fixierbar)
- eine Hegene von Hegene.ch :-)
- Ein Birnenblei 30-40g
- Ein Gewicht zum Spannen der Schnur (z.B. Birnenblei mit Karabiner, es gehen auch Schlüsselanhänger mit montiertem Blei)
- Montiere den Zapfen an der Hauptschnur
- montiere die Hegene und häng 30-40g Blei an. Achte darauf, dass die Silchstärke ausreichend ist für den Wurf (0.22 oder 0.235mm)
- Wirf die Konstellation aus, lass das Blei mit Zapfen bis auf den Grund sinken Stell die Rute auf eine Stütze, und häng das Gegengewicht zwischen den 1. und 2. Ring der Rute an die Schnur. Das Blei sinkt ab, die Schnur wird gespannt. Natürlich musst Du mit der Rolle immer Schnur einziehen, bis Sie gespannt ist. Danach kannst Du das Gegengewicht wieder aushängen. Ich persönlich gebe mit dem Finger noch etwas Zug auf die Schnur und entspanne Sie wieder. Dies sorgt dafür dass die Hegene unter Wasser dann auch wirklich steht durch den Auftrieb des Zapfens.
- Bremse lösen, soviel, dass man die Schnur mit der Hand zu ziehen vermag und Du das knattern der Rolle hörst. Danach lässt Du die Rute gut fixiert, am besten an einem Geländer angelehnt stehen.
- Nun ist Geduld angesagt. Bei einem Biss zappelt die Spitze der Rute. Eine Feederrute hat eine extrem flexible Spitze. Einen Biss siehst Du automatisch, durch das hohe Bleigewicht hakt die Felche vom Ufer aus gut ein. Auf keinen Fall Anschlagen, nur einrollen - die Felche verfügt über eine zarte Lippe. Mit einem Anschlagen riskiert man die Felche zu verlieren.
- Die Rute beim einziehen möglichst nach oben halten und den Fisch nach oben zwingen. Am Grund läufst Du die Gefahr die Felche zu verlieren. Du darfst die Felche auch etwas gehen lassen mit der Bremse, falls diese viel Zug entwickelt. Halte jedoch die Schnur immer gespannt, bis Du den Fisch gelandet hast.



